Finanz- und Anlageanalyse

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Marktanalyse - Archiv




Die US-Präsidentschaftswahl


Die USA haben gewählt. Einen – um es vorsichtig auszudrücken – sicherlich nicht einfachen Charakter. „Nicht einfach“ im Sinne von schwierig einzuschätzen. Bisher hinterlies Donald Trump eher den Eindruck einer „unguided missile“ als der eines kühlen, rationalen Rechners oder Planers. Aber: viele Amerikaner wollten einen radikalen Wechsel der politischen Führung, der ihnen zumindest die Hoffnung auf eine bessere Zukunft lässt respektive erst ermöglicht. Mit Hillary Clinton wäre ihnen nicht einmal die Hoffnung geblieben. Darum ist dieser Entscheid zu respektieren. Die Zukunft wird entscheiden, was Trump zu bewirken vermag – im positiven wie im negativen.

Dennoch: wie wir bereits in der Marktanalyse vom 30.6.16 geschrieben haben, befindet sich die westliche Welt in einer Zeit der Vertrauenskrise, des Umbruchs, in einer Zeit der Erkenntnisfindung. Alte Strukturen werden aufgebrochen, Unsicherheit entsteht, solange bis ein neuer Wertekanon gefunden ist. Politiker - speziell in Europa - scheinen auch bis jetzt noch nichts von alledem verstanden zu haben. Verwundert reiben sie sich die Augen, ob des in ihren Augen völlig überraschenden und unverständlichen Ausgangs der US-Wahlen. Und dies nach Brexit-Entscheid, dem Erfolg der AfD in Deutschland etc. Aus Angst vor ihren Pfründen halten sie an ihrer im Untergang begriffenen Welt fest, verweigern den Diskurs, diffammieren grosse Teile der Bevölkerung als Idioten, Verlierer und Zurückgebliebene, die Demagogen und Populisten auf den Leim kröchen. Aber: steckt man den Kopf auch noch so tief in den Sand, Entwicklungen lassen sich nicht aufhalten, man muss sich ihnen stellen.

Was heisst das für uns als Investoren? Die Unsicherheit bleibt, mit grösseren Schwankungen ist jederzeit zu rechnen. Nächster Halt ist der Fed-Entscheid am 14. Dezember. Frau Yellen wird mit ziemlicher Sicherheit die Zinsen erhöhen, so als Willkommensgeschenk für Herrn Trump.

Der SMI bewegt sich immer noch (seit Februar 2016) in der Spanne von 8300 bis 7650. Findet kein Ausbruch statt, so können diese Marken als Kaufs- oder Verkaufspunkte für kurzfristige Engagements oder zu Absicherungen resp. Aufstockungen längerfristiger Positionen genutzt werden.

Analyse per 10.11.16


Zum Brexit


Wie sagte schon Konrad Adenauer: „Es wurde bereits alles gesagt. Nur noch nicht von allen.“ Dies umschreibt sehr schön das aufgeregte Gegacker der weltweiten Medienwelt über die Implikationen des Brexit. Was sind denn nun die – konkreten – Folgen des Austrittes der Briten aus der EU? Wir wissen es nicht. Niemand weiss es. Sicher ist nur soviel: der Austritt fördert die Unsicherheit. Und: der Mensch, und somit die Märkte, hassen Unsicherheit.

Aber ist denn diese Unsicherheit nicht nur ein Teil einer schon längst bestehenden, grösseren Vertrauenskrise, die die westliche Welt erfasst hat?

Terror religiöser oder sonstiger Natur, die ungelöste Schuldenkrise mit ihren Implikationen auf die Märkte, soziale Spannungen ausgelöst durch fehlendes oder einseitiges Wirtschaftswachstum sowie globale Migrationsströme, immer schnellerer technologischer Wandel und die ungelösten Fragen des richtigen Umgangs mit ebendiesem; die Liste liesse sich beliebig fortsetzen.

All dies führt zu einer Überforderung der Menschen, der Gesellschaft. Alte Strukturen, Werte scheinen nicht mehr zu gelten. Orientierungslosigkeit setzt ein. Identitätskrisen der Menschen sind die Folge. Aber Orientierungslosigkeit und Unsicherheit lähmt. Wirtschaftlich/ökonomisch gesehen führt diese Lähmung zu fehlenden Investitionen, zu Vorsicht, Verharren und Abwarten der Unternehmen, ja im schlimmsten Fall sogar zu Devestition.  

Wir leben in einer Zeit, in der alte Strukturen aufgebrochen werden/wurden und die Menschen nun übergehen, Lösungen zu finden. Dies äussert sich in all den bekannten Phänomenen (Trump, Brexit, Entstehen anderer politischer Strömungen/Parteien ausserhalb des etablierten Systems, religiöser Fundamentalismus etc.).  

Rezessionen sind nie wirtschaftlich begründet, sondern immer die Folge gesellschaftlicher Veränderungen. Dies ist allgemein bekannt. Nur scheint die Politik und mit ihr verbundene Ökonomen dies nicht wahrhaben zu wollen. Stattdessen versucht man mechanisch über die Geldpolitik das Wachstum zu fördern, was „überraschenderweise“ keinerlei Erfolg zeitigt.
Die Politik müsste aber den gesellschaftlichen Wandlungs- und Erkenntnisprozess fördern anstatt ihn durch Verharren zu behindern. Es gilt, den Diskurs, die Lösungsfindung zuzulassen anstatt abzuwürgen; ob einem dies nun passt oder nicht. Denn erst wenn sich ein neuer Wertekanon, ein neuer gesellschaftlicher Grundkonsens einstellt, kann die Sicherheit wieder geschaffen werden, die es braucht, um Innovation und Investition und somit tatsächlich qualitatives Wirtschaftswachstum zu fördern.

Bis es aber soweit ist, werden wir mit Unsicherheit und erhöhter Volatilität an den Märkten leben müssen.

Nutzen Sie also temporäre Einbrüche zu Zukäufen. Falls Sie keine Buy-and-Hold-Strategie verfolgen, reduzieren Sie bei vorübergehenden Hochs das Risiko durch Verkäufe oder Absicherungen.

Wie können wir das aktuelle Kursniveau einordnen? Aus oben dargelegten Gründen dominiert zur Zeit die Psychologie klar die Fundamentaldaten. In solchen Zeiten kann die Charttechnik dem Investor Anhaltspunkte bieten. Seit Februar 2016 bewegt sich der SMI in einem Seitwärtskanal zwischen 8300 und 7650 Punkten, der aber Teil eines längerfristigen Abwärtstrends ist, welcher im August 2015 begonnen hat und einen momentanen Widerstand bei 8070 Punkten aufweist. Der Dow Jones hat seit Beginn 2015 einen sehr starken, langfristigen Widerstand bei rund 18'100 Punkten ausgebildet und bewegt sich seitwärts unter starken Schwankungen runter bis auf 15'700 Punkte. Das ist anlagetechnisch gesehen die Welt, in der wir uns bewegen.  

Alles Gute bei Ihrer persönlichen Suche nach Orientierung in diesen turbulenten Zeiten!

Analyse per 30.06.16



Zum Jahreswechsel 2015/2016


2015 war das erwartet schwierige Anlagejahr. Was wir bereits in unserem letzen Jahresrückblick angedeutet haben, ist eingetreten. Die Macht resp. Fähigkeit der Notenbanken, das Wirtschaftswachstum positiv zu beeinflussen, ist begrenzt. Der Schaden ist angerichtet und wird sich 2016 noch akzentuieren, wie bereits die ersten Tage des neuen Jahres gezeigt haben. Aufgeblähte Vermögenswerte in verschiedenen Bereichen von Aktien über Immobilien, Kunst etc. stellen erhebliche Risiken für die Wirtschaft als Ganzes dar. Sie akzentuieren bereits jetzt die momentane Unsicherheit und können bei einem eventuellen Wertezerfall weltweit Panik auslösen.

Zudem schwächelt China, die USA erscheint auf Grund verfehlter Notenbankpolitik ebenso als Black-Box, was die künftige Wirtschaftsentwicklung angeht. Speziell einige Technologie-Werte haben Bewertungen angenommen, die einfach nicht haltbar sind – auch bei positiver Geschäftsentwicklung.

Nebst all den erwähnten Risiken und Unsicherheiten gibt es natürlich auch positiv zu gewichtende Faktoren. Der tiefe Oelpreis kann längerfristig durchaus (noch) positivere Effekte auf das Weltwirtschaftswachstum ausüben. Ebenso die mässige Bewertung anderer Rohstoffe.

Wir gehen, wie die meisten Analytiker, von einem schwierigen Anlagejahr aus, in dem der Investor mit erheblichen Schwankungen wird leben müssen. Die Bandbreite der Erwartungen reicht von massiven Einbrüchen bis moderatem Anstieg über das Jahr gesehen (US-Präsidentschaftswahljahre sind statistisch gesehen positive Jahre).

Bleiben Sie wachsam. Sichern Sie eventuell Ihr Portfolio frühzeitig über Put-Optionen ab. Nutzen Sie grössere Kursrückschläge für einen Einstieg in solide Unternehmen.

Ein frohes und gesundes 2016 wünscht Ihnen Ihre Vereinigung Privater Investoren!


Analyse per 06.01.16




Die griechische Endlosschlaufe und ihre Auswirkungen


Nachdem die Märkte über die Heydays des griechischen Schuldenpokers etwas korrigiert haben, zogen sie seit Bekanntwerden der Möglichkeit einer Lösung doch wieder merklich an und haben, zumindest in der Schweiz, das Niveau des Frühjahrs angenommen. Mit anderen Worten: sie sind sehr hoch bewertet! Dennoch könnten die Kurse kurzfristig durchaus weiter steigen, sollte eine vorübergehend “endgültige” Lösung unter Dach und Fach sein. Dass damit in der Griechenland/Euro-Frage überhaupt nichts gelöst ist, versteht sich von selbst. Es wurde nur etwas Druck aus dem Kessel abgelassen. Früher oder später kommen die EU resp. die Euro-Länder nicht darum herum, gravierende institutionelle Fragen zu lösen, wollen sie nicht periodisch in ähnliche oder noch schlimmere Dramen (Spanien?) schlittern, die dann mit grosser Wahrscheinlichkeit auch durch die Schaffung von immer absurderen Geldmengen nicht mehr zu lösen sein werden.

Was heisst das für uns Anleger: kurzfristig sind immer noch Gewinne möglich, aber bereits im Herbst droht auf anderen Schlachtfeldern neues Ungemach (v.a. die mögliche Zinserhöhung in den USA, Enttäuschungen bei der Gewinnentwicklung, weitere Marktturbulenzen in China, Ernüchterung in der EU etc.). Denken Sie daran: bei solch hohen, durch die Gewinnentwicklung nicht mehr gerechtfertigten Bewertungen braucht es nicht viel, um den Markt massiv absacken zu lassen. Der berühmte Funken reicht...

Lassen Sie also die Gewinne laufen, seien Sie aber gegen Einbrüche gewappnet, d.h. sichern Sie ihr Portfolio gegebenenfalls ab Spätsommer über Put-Optionen ab. Diese Strategie hat sich auch im Frühjahr/Sommer bewährt (siehe letzten Marktkommentar).   

Konsultieren Sie gegebenenfalls auch unsere aktuelle Analyse des Swiss Market Index (SMI), die Sie auf unserer Seite zur fundamentalen Aktienanalyse nach Benjamin Graham finden. (SMI Analyse unter Tools/Downloads - klicken Sie hier)  

Oder besuchen Sie unsere Liste mit fundamental attraktiv bewerteten Schweizer Firmen an.  Zum  Aktien-Screen Nachhaltigkeit/Wertigkeit hier klicken.

Analyse per 17.07.15


VPI Aktien-Screener - neue Rekordstände


Unsere beiden wöchentlich ermittelten Aktien-Screens "Fundamental - Wertigkeit/Nachhaltigkeit Schweiz" sowie "Growth at a reasonable Price (GaaP) Deutschland/Oesterreich/Schweiz" weisen neue "Rekordstände" auf. Nur 25 resp. 6 Unternehmen erfüllen unsere Kriterien für attraktiv bewertete Unternehmen. Das sind so wenige wie noch nie seit wir diese Filter berechnen!
Ein weiterer Hinweis darauf, wie hoch inzwischen die Märkte bewertet sind; als Resultat mangelnder Anlagealternativen bei rekordtiefen (z.T. negativen) Zinsen infolge weltweiter, noch nie dagewesener Geldmengenausweitung. Sollte die Geldumlaufsgeschwindigkeit und somit die Inflation wieder zunehmen (und mit ihr die Zinssätze steigen) ist mit heftigsten Bewegungen auf den internationalen Obligationen- und Aktienmärkten zu rechnen!
Lassen Sie die Gewinne laufen, seien Sie aber gegen Einbrüche gewappnet, d.h. sichern Sie ihr Portfolio gegebenenfalls ab Frühsommer ab (über Put-Optionen).

Zu den Aktien-Screens hier klicken.

Konsultieren Sie gegebenenfalls auch unsere aktuelle Analyse des Swiss Market Index (SMI), die Sie auf unserer Seite zur fundamentalen Aktienanalyse nach Benjamin Graham finden.

Analyse per 10.04.2015



Das Put/Call-Sentiment zum Dritten -
ein neuer Rekord!


Wir haben öfters darauf hingewiesen, dass das Put/Call-Sentiment als Kontraindikator für die Kursentwicklung an den Aktienmärkten gesehen werden kann. Am Freitag, 23.5.14, wurde nun ein neuer, einsamer Rekordwert verzeichnet: 98.5% aller gehandelten Optionen waren Put-Optionen und somit nur 1.5% Call-Optionen! Die Marktteilnehmer rechnen also mit sinkenden Märkten oder sichern sich zumindest gegen solche ab. Wie ist das zu verstehen?
Einerseits stellt die an diesem Wochenende stattfindende Europawahl wohl einen grösseren Unsicherheitsfaktor dar und viele Marktteilnehmer sicherten sich noch rechtzeitig ab, um am Montag nicht negativ überrascht zu werden.
Andererseits, und dass sehen wir als Hauptgrund, sind die Bewertungen an den Märkten (schon seit längerem) sehr hoch (siehe auch unsere SMI-Analyse unter Anlage/Fundamentale Analyse). Aufgrund fehlender Investitionsmöglichkeiten fallen die Kurse aber nicht, sondern steigen eher weiter. Die Marktteilnehmer haben also allen Grund investiert zu bleiben, fürchten aber dennoch einen plötzlichen Einbruch. Somit ist für sie die beste Strategie, im Markt investiert zu bleiben oder sogar noch zuzukaufen, umam Montag nicht negativ überrascht zu werden.
Andererseits, und dass sehen wir als Hauptgrund, sind die Bewertungen an den Märkten (schon seit längerem) sehr hoch (siehe auch unsere SMI-Analyse unter Anlage/Fundamentale Analyse). Aufgrund fehlender Investitionsmöglichkeiten fallen die Kurse aber nicht, sondern steigen eher weiter. Die Marktteilnehmer haben also allen Grund investiert zu bleiben, fürchten aber dennoch einen plötzlichen Einbruch. Somit ist für sie die beste Strategie, im Markt investiert zu bleiben oder sogar noch zuzukaufen, um von weiteren Kursavancen zu profitieren, sich gleichzeitig aber abzusichern, auch wenn dabei sie dabei auf ein paar Renditepunkte verzichten müssen. Da die Volatilität an den Märkten zur Zeit relativ gering ist, die Optionen - sprich Absicherungen - also relativ günstig zu haben sind, fällt ihnen dieser Entscheid wohl etwas leichter.

Analyse per 25.5.2014



Zum Jahresende 2013


“Die Unsicherheit bleibt“. Dies war unser Fazit Ende 2012. Nun, es hat sich gelohnt, bei Unsicherheit in Aktien zu investieren. Die Risikoprämien waren hoch. Die Folge: 2013 war ein gutes Börsenjahr. Der SMI legte über 20% zu, der DAX und der Dow Jones Industrial jeweils sogar rund 26%!

Wird es so weitergehen? Wir meinen: eher nicht. 2014 dürfte unserer Meinung nach ein Jahr der Konsolidierung darstellen. Die Bewertungen sind hoch und müssen durch ein entsprechendes Wirtschaftwachstum erst gerechtfertigt werden. Die Zeiten (allzu) billigen Geldes neigen sich eher dem Ende zu. Die Zinsen deuten in den wichtigsten Märkten doch eher wieder nach oben, zumindest am langen Ende der Laufzeiten. Zudem ist das dritte Präsidentschaftsjahr in den USA statistisch gesehen eher ein schwaches. Obama wird sich soweit möglich auf die Konsolidierung des Haushaltes fokussieren müssen, bevor er im letzen Jahr seiner Präsidentschaft, also 2015, die Wirtschaft nochmals mit Stimuli ankurbeln wird, um so den Wahlkampf für die Demokraten positiv einzuleiten.

Seien Sie aber trotzdem bereit, auf positive Überraschungen/Chancen zu reagieren. Stichworte hierzu: Asien, billiges Oel in den USA durch Fracking, Erholung in Europa.

Denken Sie in Szenarien und arbeiten Sie für jedes dieser Szenarien eine Investitionsstrategie aus mit entsprechender Gewichtung der Anlagen (Aktien, Obligationen, Rohstoffe, Cash). Sollte sich eines Ihrer Szenarien materialisieren, können Sie so schnell reagieren.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches und gesundes 2014!

Analyse per 3.1.2014