Finanz- und Anlageanalyse

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Lexikon der Finanzbegriffe




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Hier finden Sie relevante Definitionen und (Fach-)Begriffe aus der Welt der Finanzen. Das Lexikon wird laufend ausgebaut.


A

Abwertung (von Währungen)

Bewirkt einen geringeren Aussenwert der Währung, was Exporte vergünstigt und Importe verteuert.



AHV

Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ist ein wesentlicher Bestandteil der staatlichen Vorsorge in der Schweiz. Sie soll im Rahmen des Drei-Säulen-Konzepts als 1. Säule das Existenzminimum des Versicherten und seiner Familie nach der Pensionierung sicherstellen.



Aktie

Wertpapier, das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.



Aktienbewertung

Die wichtigsten in der Aktienanalyse verwendeten Kennzahlen zur Aktienbewertung sind die Dividendenrendite, das auf dem Gewinn pro Aktie basierende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), die Price-Earnings to Growth Ratio (PEG), das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und das Kurs-Umsatz-Verhältnis.



Aktiengesellschaft

Die Aktiengesellschaft (AG) ist eine Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit ((juristische Person). Für die Verbindlichkeiten der AG haftet den Gläubigern nur das Gesellschaftsvermögen. Die Eigentümer (Aktionäre) sind mit Einlagen an dem Aktienkapital beteiligt.



Aktienkapital

Grundkapital einer AG. In der Schweiz gesetzlich geregelt durch Art. 620 ff. des Obligationenrechts.



Aktionär

Teilhaber einer AG bzw. Inhaber einer Aktie oder einer Mehrzahl von Aktien.



Aktiven

In der Bilanz aufgeführte Vermögenswerte eines Unternehmens (verfügbare Mittel, Guthaben, Vorräte, Anlagen, Beteiligungen usw.). Gegenteil: Passiven.



Amortisationsbetrag

Der Amortisationsbetrag ist jener Betrag, der für die Rückzahlung einer Schuld während einer bestimmten Zeitspanne (Amortisationsdauer) periodisch aufgewendet werden muss.



Anlagefonds

Ein Anlagefonds ist die Zusammenfassung der Einzahlungen vieler Anleger zu einem einzigen Anlagevermögen, welches durch ein professionelles Management innerhalb festgelegter Anlagerichtlinien investiert wird. Die Anlagerichtlinien werden hauptsächlich nach Art der Titel (Aktien, Obligationen, Geldmarkt, Immobilien usw.), Branchen, Ländern oder Währungen bestimmt. Druch die Höhe des Fondsvermögens lässt sich ein hohes Mass an Diversifikation innerhalb der festgelegten Grenzen erreichen.



Anlagekategorie

Eine Anlagekategorie ist die Zusammenfassung von Anlagen nach einheitlichen Kriterien, z.B. Ländern und Regionen oder Währungen. Typische Anlagekategorien sind zum Beispiel “Aktien Schweiz”, “Aktien USA” oder “Obligationen Euro”.



Anlagen

Kurzbegriff zur Beschreibung der Vermögenswerte, in welchen ein Anleger sein Geld angelegt hat. Der Begriff ist weit und umfasst neben Wertpapieren auch Immobilien und andere Vermögenswerte



Anlageportfolio

Ein Anlageportfolio ist diejenige Kombination von Anlagen, in welche ein Anleger konkret investiert hat oder investieren möchte.



Anlagerestriktionen

Als Anlagerestriktionen wird die Vorschrift bezeichnet, die für eine bestimmte Anlagekategorie Grenzen festlegt, innerhalb welcher der investierte Anteil des Portfolios liegen muss (z.B. mindestens 20% und höchstens 70% in die Anlagekategorie “Aktien Schweiz”).



Anlagerichtlinien

Richtlinien, nach denen ein Vermögen anzulegen ist. Es kann sich um Richlinien eines privaten Anlegers, einer Vorsorgeeinrichtung oder um das Reglement für einen Anlagefonds handeln, nach dem sich das Portfolio-Management zu richten hat. Siehe auch Anlagerestriktionen.



Anlagestiftung

Eine Anlagestiftung bietet fondsähnliche Anlageprodukte an, die ausschliesslich schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen der zweiten und dritten Säule vorbehalten sind. Diese Anlageprodukte sind von der Ertragssteuer befreit. Ihre Anteile (Ansprüche) können einkommenssteuerfrei abgegeben werden. Ihre Ausschüttungen erfolgen ohne Abzug von Verrechnungssteuern. Die Anlagestiftungen zeichnen sich durch Mitwirkungsrechte der Anleger in den Organen der Stiftung aus.



Anlagestrategie

Grundsätzliches Vorgehen bei der Anlage des Vermögens. Die Anlagestrategie besteht in der Aufteilung der Anlagen auf bestimmte Anlagekategorien, auf deren Basis dann die einzelnen Titel gekauft werden, sowie in der Ermittlung von Kaufs- und Verkaufsentscheiden. Synonyme: Asset Allocation, Allokation.



Anlageuniversum

Als Anlageuniversum wird die Gesamtheit aller Anlagen bezeichnet, welche dem Anleger zur Verfügung steht. Im Gegensatz zum Universum der Finanzinstrumente enthält es auch Anlagen, welche keine Finanzinstrumente sind (z.B. Immobilien, Kunst etc.).



Anlagevermögen

Betrag, welcher angelegt werden soll oder angelegt ist. Manchmal wird der Begriff weit für Anlagen in alle möglichen Vermögenswerte, manchmal nur für solche in Finanzinstrumente verwendet.



Anlagevorschlag

Auf Grund Ihrer Eingaben in der Finanzplanung werden Anlagevorschläge für Sie berechnet. Die Wertschriften werden so ausgewählt, dass sie Ihre optimale Anlagestrategie möchlichst genau erfüllen. Der Anlagevorschlag ist ein Resultat der Finanzplanung.



Anleihe

Fremdmittelaufnahme am Kapitalmarkt. Anleihen können fix oder variabel verzinst werden. Die als Wertpapier ausgestalteten und somit handelbaren Bruchteile einer Anleihe werden Obligationen oder Bonds genannt.



Annuität

Jährlich (bis zu einem festgelegten Termin oder auf Widerruf) wiederkehrende Zahlungen in gleicher Höhe werden als Annuität bezeichnet.



Ausfallwahrscheinlichkeit

Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist die Wahrscheinlichkeit, dass nicht genügend Geld vorhanden ist, um eine Schuld inklusive Zinszahlungen termingerecht dem oder den Gläubiger(n) zurückzuzahlen.



Ausgabenplan

Die Gesamtheit aller geplanten Ausgaben wird als Ausgabenplan bezeichnet. In der Finanzplanung wird Ihr Ausgabenplan als Anlageziel berücksichtigt.



B

Baisse

Längere Zeit anhaltender Kurszerfall an der Börse (auch Bear Market genannt). Oft auch dahingehend definiert, dass die Korrektur mindestens 20% betragen und sich im Minimum über zwei Monate erstrecken muss. Gegenteil: Hausse.



Barwert

Gegenwartswert einer zukünftigen Geldleistung. Die Höhe des Barwertes hängt von den Berechnungsgrundlagen ab. Je höher der Zinssatz, desto niedriger der Barwert.



Beitragsprimat

Die Beitragshöhe in eine Vorsorgeeinrichtung wird reglementarisch in Höhe einer Bezugsgrösse (z.B. massgeblicher Lohn) festgelegt. Daraus ergibt sich die Höhe der Leistung. Während die Höhe der Beitrage bekannt ist, lässt sich die Höhe der Leistungen u.a. aufgrund der Anlage- und Inflationsrisiken nicht genau voraussagen. Siehe "Leistungsprimat" als Gegenstück.



Belehnungshöhe

Im Zusammenhang mit einem Immobilienkauf wird unter dem Begriff Belehnungshöhe derjenige Betrag verstanden, der mit einem Hypothekarkredit fremdfinanziert werden kann. Die Belehnungshöhe, addiert mit dem Eigenkapital, ergibt den Kaufpreis der Immobilie.



Benchmark

Die Benchmark ist eine Vergleichsgrösse, welche zur Messung des Erfolges (Performance) eines Portfolios herangezogen wird. Die Vergleichsgrösse für Schweizer Aktien grosser Unternehmen ist der Swiss Market Index (SMI).



Beteiligung

Langfristige, kapitalmässige Interessennahme an anderen Unternehmen, bei der die wirtschaftliche Einflussnahme oder ähnliche Zielsetzungen im Vordergrund stehen. Die Beteiligungen werden in der Bilanz höchstens zum Einstandspreis bewertet.



Börse

Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).



Bilanz

Periodische Gegenüberstellung sämtlicher Aktiven und Passiven an einem Stichtag. Die Aktivseite gibt Aufschluss über die Verwendung der Mittel, während die Passivseite über die Beschaffung der Mittel (Finanzierung) orientiert. Teil des Geschäftsberichts.



Brutto-Erwerbseinkommen

Einkommen aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit vor Berücksichtigung aller steuerlich zulässigen Abzüge.



Bruttonationaleinkommen (BNE)

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) bis 1999 auch Bruttosozialprodukt (BSP), englisch Gross National Product (GNP) bzw. Gross National Income (GNI), ist ein zentraler Begriff aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Es misst den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einer Periode mithilfe von Produktionsfaktoren hergestellt werden, die sich im Besitz von Inländern befinden (alle von Inländern erwirtschafteten Einkommen, egal ob im Inland oder im Ausland erzielt). Dies ist gleichbedeutend mit den an Inländer geflossenen Einkommen aus Erwerbstätigkeit und Vermögensbesitz (Zinsen und andere Kapitalerträge, nicht allerdings Einkommen aus Veräußerungsgeschäften), weshalb das Bruttonationaleinkommen als zentraler Einkommensindikator einer Volkswirtschaft gilt.



Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt, in der Schweiz auch Bruttoinlandprodukt (Abkürzung: BIP; englisch Gross Domestic Product, GDP), gibt den Gesamtwert aller Güter, d. h. Waren und Dienstleistungen, an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden nach Abzug aller Vorleistungen. Bei der Berechnung werden Güter, die nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager gestellt werden, als Vorratsveränderung berücksichtigt.

Im Unterschied zum Bruttonationaleinkommen werden bei der Berechnung des BIP die Leistungen von In- und Ausländern erfasst, es wird das sogenannte Inlandsprinzip angewendet. Das Bruttonationaleinkommen hingegen richtet sich nach dem Inländerprinzip.



Bruttosozialprodukt (BSP)

Siehe Bruttonationaleinkommen (BNE).



Bundesobligation

Bundesobligationen sind Obligationen, die von der Schweizerischen Eidgenossenschaft herausgegeben werden. Ist der Herausgeber ein anderer Staat, wird der Begriff Staatsanleihe verwendet. Staatsanleihen, insbesondere Bundesobligationen, gelten als besonder sichere Obligationen.


Siehe auch:

Staatsanleihen



BVG

Das berufliche Vorsorgegesetz (BVG) regelt die Versicherung bei Invalidität und Tod durch Krankheit sowie die Kapitalbildung für das Alter im Rahmen der beruflichen Vorsorge (2. Säule). Dem BVG sind alle in der Schweiz tätigen Arbeitnehmer zwingend Unterstellt, die mehr als den koordinierten AHV-Lohn verdienen. Im Gegensatz zur AHV wird die zweite Säule privat getragen.


C

Call

  1. Option, die den Käufer berechtigt, aber nicht verpflichtet, einen bestimmten Basiswert in einer bestimmten Menge zu einem im Voraus festgelegten Ausübungspreis bis zu (amerikanisch ) oder an (europäisch ) einem bestimmten Termin zu erwerben (Long Call). Auf der Gegenseite steht der Verkäufer der Option (Short Call).

  1. Berechtigt den Emittenten zur Kündigung von Obligationen .



Cap

Kurs eines Basiswerts oder ein Zins, den zu erreichen oft darüber entscheidet, ob der Basiswert geliefert oder ein Barbetrag gezahlt wird.



Cashflow

Ordentlich erwirtschafteter Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit eines Unternehmens. Ausserordentliche Aufwendungen und Erträge sollten aus der Berechnung des Cashflows ausgeklammert werden, ebenso extreme Veränderungen bei der Bildung oder der Auflösung stiller Reserven.



Contrarian

Investor, der antizyklisch, gegen den allgemeinen Markttrend, agiert.



Corporate Finance

Befasst sich mit der Beschaffung der notwendigen kurz- bis langfristigen finanziellen Mittel. Die Banken beraten dabei die Gesellschaften hinsichtlich ihrer optimalen Kapitalstruktur (vgl. Financial Engineering ).



Coupon

Der Coupon ist ein Anhang zu einem Wertpapier, mit dem bestimmte Rechte geltend gemacht werden. Meist werden Dividenden und Zinsen damit geltend gemacht, aber auch z.B. die Teilnahme an einer Kapitalerhöhung. Bei festverzinslichen Anleihen kann mit dem Coupon nur die Zinszahlung geltend gemacht werden, so dass sich “Coupon” auch als Synonym für “Zinssatz” eingebürgert hat.


SYNONYME:

Zinssatz

Couponsatz



Courtage

Als Courtage bezeichnet man die Kommission der Broker/Banken für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.


SYNONYME:

Vermittlungskommission

Transaktionskommission

Kommission



D

Deckungsgrad

Bei Vorsorgeeinrichtungen und Lebensversicherungen das Verhältnis zwischen dem vorhandenen Vermögen und dem für die Finanzierung der Leistungen nötigen Deckungskapital. 100 Prozent entspricht der vollständigen Deckung der Verpflichtungen.



Deckungskapital (auch Vorsorgekapital)

Bei Vorsorgeeinrichtungen und Lebensversicherungen das benötigte Kapital, um die gegenüber dem Versicherten eingegangenen reglementarischen und vertraglichen Verpflichtungen finanzieren zu können.



Depot

Ein Depot dient der Aufbewahrung von Wertpapieren durch eine Bank. Die Papiere gehören jedoch dem Kunden. I.d.R. Werden die Wertpapiere durch eine Bank im sogenannten “offenen” Depot geführt. Dabei sind der Bank die Wertpapiere bekannt und werden durch sie verwaltet.


SYNONYME:

Wertpapierdepot



Derivat

Derivate sind Wertschriften, deren Preisentwicklung von der Preisentwicklung einer zugrundeliegenden anderen Anlage abhängig ist. Eine Aktienoption ist ein Beispiel für ein Derivat. Ihr Wert ist direkt abhängig vom Kurs der zugrundeliegenden Aktie.


SYNONYME:

Derivatives Finanzinstrument



Destinär

Versichertes Mitglied einer Vorsorgeeinrichtung - egal, ob es sich um einen aktive Versicherten (also eine noch im Erwerbsleben stehende Person) oder um einen Rentner handelt.



Diversifikation

Diversifikation ist die Aufteilung des Anlagebetrages auf Anlagen mit möglichst unterschiedlichen Eigenschaften und Risiken. Durch Streuung der Anlagen über verschiedene Anlageformen (Aktien, Obligationen, Rohstoffe), Branchen, Währungen und Länder kann das Gesamtrisiko deutlich gesenkt und häufig auch der erwartete Ertrag gesteigert werden.  



Dividende

Der von einer Aktiengesellschaft je Aktie ausgezahlte Gewinnanteil. Die Dividende wird durch die Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrats festgesetzt. Als Dividende werden auch die Auszahlungen an die Inhaber von Genuss- und Partizipationsscheinen bezeichnet.



Dividendenpolitik

Vom Verwaltungsrat (VR) definierte Vorgaben, nach denen sich die Dividendenausschüttung richtet. Eine Vorgabe kann sein, zwischen 25 und 40% des Gewinns (Gewinnausschüttungsquote ) als Dividende auszuzahlen (was heute üblich ist). Der VR kann jedoch auch darauf abzielen, möglichst immer, also über Konjunkturzyklen hinweg, eine Dividende auszuschütten – dann wird er in sehr guten Jahren die Dividende weniger erhöhen, um so Mittel für die Ausschüttung in schlechteren Zeiten bereitzuhaben. Die ertragsabhängige und die konstante (oder eine Mischform) sind die häufigsten Arten von Dividendenpolitik. Es gibt jedoch auch Unternehmen, die keine Dividende auszahlen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn eine Gesellschaft schnell wächst und den Gewinn umgehend in den Weiterausbau investiert.



Drei-Säulen-Konzept

Das Schweizer Vorsorgesystem basiert auf dem Drei-Säulen-Konzept: Die Leistungen aus der 1. Saule (staatliche Vorsorge, Alters- und Hinterlassenen-Versicherung AHV) sollen die Sicherung des Existenzminimums ermöglichen, die Leistungen aus der 2. Säule (berufliche Vorsorge, geregelt im Gesetz über die berufliche Vorsorge BVG) den gewohnten Lebensstandard sichern. Die 3. Säule (private Vorsorge) stellt, insbesondere für höhere Einkommen, eine Ergänzung zur 1. Und 2. Säule dar.



Dritte Säule

Bei der privaten Vorsorge (3. Säule) wird zwischen der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) und der freien Vorsorge (Säule 3b) unterschieden. Die Säule 3a ist an strikte Auflagen gebunden, geniesst aber weitgehende steuerliche Vorteile. Die Säule 3b ist flexibler, die Steuerprivilegien sind dafür beschränkt. Für beide exisitiert eine Vielzahl von Bank- und Versicherungsprodukten.


SYNONYME:

Private Vorsorge



Durchschnittlicher Einkommenssteuersatz

Der durchschnittliche Einkommenssteuersatz ergibt sich aus dem Steuerbetrag (für die kommunale, kantonale und direkte Bundessteuer sowie die Kirchensteuer), geteilt durch das steuerliche Einkommen.



E

Edelmetalle

Gold, Silber, Platin, Palladium, Iridium, Rhodium, Osmium und Ruthenium. Die wichtigste Terminbörse für den Edelmetallhandel ist die Comex.



Effektivzins

Zinsgrösse in Prozenten, die die mit einem Kapitaleinsatz erzielte Rentabilität (Rendite) bzw. Die mit einer Kapitalaufnahme verbundenen Kosten wiedergibt. Hierzu sind die jeweilgen Bestimmungsfaktoren des Effektivzinses wie Nominalzins, Gebühren, Laufzeit, Zinszahlungs- und Verrechnungstermine, Agio bzw. Disagio, Tilgungsmodalitäten etc. zu einer Grösse zu verdichten.



Eigenkapital

Der Teil des Gesamtkapitals, der den Aktionären gehört und ihnen im Fall einer Geschäftsaufgabe ausgezahlt wird. Aus Sicht der Aktionäre besteht die wichtigste Aufgabe eines Unternehmens darin, auf dem Eigenkapital eine risikogerechte Rendite zu erwirtschaften (vgl. Eigenkapital der Banken).



Eigenkapitalquote

Prozentualer Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme. Solange die Risiken nicht zu gross werden, bevorzugen Aktionäre in der Regel eine tiefe Eigenkapitalquote, da damit die Eigenkapitalrendite steigt (vgl. Hebelwirkung).



Einkauf in die Pensionskasse

Ein aktiver Versicherter kann eine oder mehrere zusätzliche Einkaufssummen bezahlen, um sich damit in bessere Pensionskassenleistungen einzukaufen. Grundsätzlich wird der maximal mögliche Einkauf durch das Reglement der Pensionskasse bestimmt. Das BVG umschreibt jedoch zusätzlich eine absolute Höchstgrenze für Einkäufe



Einmaleinlage

Die Einmaleinlage ist eine vor allem in der Lebensversicherung übliche Form der Einzahlung: Anstelle von periodischen Prämienzahlungen wird die gesamte Prämie bei Vertragsbeginn für einen bestimmten Versicherungsanspruch einbezahlt.



Einzeltitel

Als Einzeltitel wird ein Finanzinstrument bezeichnet. Von Einzeltiteln spricht man, um sie von einer grösseren Zusammenfassung vieler Finanzinstrumente, wie einer Anlagekategorie oder einem Portfolio/Fonds, zu unterscheiden.



Emerging Markets

Als Emerging Markets werden Finanzmärkte in Schwellenländern (v.a. in Osteuropa, Asien, Lateinamerika) bezeichnet. Ihnen wird meist ein überdurchschnittliches Wachstumspotential, aber auch ein überdurchschnittliches Risiko zugebilligt.



Erfolgsrechnung

Ermittlung des Erfolges (Gewinn und Verlust) einer wirtschaftenden Institution innerhalb eines Zeitabschnittes, indem die Erträge den Aufwendungen gegenübergestellt werden. Die Gliederung der Erfolgsrechnung hängt von den Zielen und dem Betätigungsfeld der Unernehmung ab (gesetzliche resp. aufsichtsrechtliche Vorschriften). Ausweis im Geschäftsbericht.



Ersparnisse

Ersparnisse sind diejenigen Bestandteile des Einkommens, welche nicht ausgegeben, sondern für zukünftige Ausgaben zurückgelegt werden. Sie erhöhen das Anlagevermögen.



Erste Hypothek

Die erste Hypothek dient, wie die zweite Hypothek auch, der Fremdfinanzierung einer Immobilie. Sie beläuft sich in der Schweiz typischerweise auf maximal 65% des Kaufpreises der Immobilie und wird nicht abgebaut. Die erste Hypothek verursacht deshalb lediglich Zinszahlungen und keine Amortisationszahlungen und kann auf unbestimmte Zeit bestehen bleiben.



Erste Säule

Die erste Säule umfasst zwei staatliche Vorsorgeformen. Die Eidgenössische Invalidenversicherung (IV) und die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV). Die AHV funktioniert nach einem Umlageverfahren, d.h. Die Altersrenten werden durch die AHV-Beiträge der Berufstätigen finanziert (die Beitragspflicht ist obligatorisch). Versichert sind alle in der Schweiz wohnhaften Personen.



Erwarteter Ertrag

Der erwartete Ertrag ist ein Mittelwert über alle zukünftig möglichen Werte der Rendite eines Finanzinstrumentes oder Portfolios. Die möglichen Abweichungen von diesem Erwartungs- oder Mittelwert werden i.d.R. mit den Risikokennzahlen “Standardabweichung” und “Varianz” gemessen.



Erwartungswert

Der Erwartungswert ist ein Mittelwert über alle zukünftig möglichen Werte einer Zufallsgrösse, beispielsweise der Preise oder Renditen eines Finanzinstrumentes. Die möglichen Abweichungen von diesem Erwartungs- oder Mittelwert werden i.d.R. mit den Risikokennzahlen “Standardabweichung” und “Varianz” gemessen.



Europäische Zentralbank (EZB)

Zentralbank der EWU-Länder. Sie entscheidet über die Geldpolitik. Die Geld- und Währungspolitik wird zusammen mit den nationalen Zentralbanken (Europäisches System der Zentralbanken ) umgesetzt. Der wichtigste Leitzins der EZB ist der Mindestbietungssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte.



F

Fed

US-Zentralbanksystem, dem die zwölf Federal Reserve Banks angeschlossen sind. An der Spitze steht das Direktorium (Board) in Washington, das auch die Mehrheit im Offenmarktausschuss stellt, in dem über die Geldpolitik entschieden wird.



Festverzinslich

Anlageformen, die einen im Voraus fixierten, festen Einkommensbestandteil aufweisen. Fixed Income ist ein Oberbegriff für die Obligationenmärkte und umfasst damit auch Anlageformen, die nicht (Nullprozentanleihe ) oder variabel (Floater) verzinst werden.



Finanzinstrument

Unter einem Finanzinstrument versteht man alle vertraglichen Ansprüche und Verpflichtungen, die unmittelbar oder mittelbar mittelbar den Austausch von Zahlungsmitteln zum Gegenstand haben. Die aus Verträgen oder Vereinbarungen resultierenden Rechte bzw. Pflichten müssen dabei auf finanziellen Sachverhalten beruhen.

Als Finanzinstrumente gelten demanch Wertpapiere, Geldmarktinstrumente, Devisen oder Rechnungseinheiten sowie Derivate. Finanzinstrumente können Gegenstand von Bankgeschäften sein.



Finanzinvestition

Erwerb von Forderungs- und Beteiligungsrechten (Beteiligung).



Fondsmanagement

Als Fondsmanagement bezeichnet man die Verwaltung von Anlagefonds. Das Fondsmanagement wählt die konkreten Einzeltitel aus, in welche ein Anlagefonds investiert ist. Es ist dabei an die Anlagerichtlinien des Fonds gebunden (Fondsreglement).



Freizügikeitsleistung

Betrag, der dem Versicherten beim Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung zusteht: Summe der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge, der Einlagen sowie Einkäufe inklusive Verzinsung.



Fremdwährung

Jede Währung, welche nicht der Referenzwährung entspricht, gilt als eine Fremdwährung. Geplante Ausgaben in Fremdwährungen erfordern, mögliche Währungsrisiken durch geeignete Anlagen in der entsprechenden Fremwährung zu vermindern oder vollständig zu eliminieren (Währungsderivate, Swaps etc.).



Fremdkapital

Auf der Passivseite der Bilanz aufgeführte Forderungen Dritter.



Frühpensionierung

Als Frühpensionierung bezeichnet man die für eine Pensionierung vor dem offiziellen Pensionierungsalter (Renteneintrittsalter). Da diese Entscheidung erhebliche Konsequenzen auf die Höhe von Renten und Alterskapitalien haben kann, ist eine frühzeitige und sorgfältige Planung unerlässlich.


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